Noach
Lieber Leser,
wir Heutigen leben, wie Noach, in einer Zeit von "Flut". Ohne Unterlass bedrohen uns die "Hochwasser" von Geschäftssorgen, Sorgen um den Lebensunterhalt ganz allgemein sowie eine Unmenge anderer quälender Nöte. Die dieswöchige Sidra Noach spricht sehr wesentlich auch unsere eigene Generation an, die doch gleichfalls eine "Arche" sehr nötig braucht.
Als die zum Bau eine Arche gehörenden Einzelheiten aufgezählt wurden, erhielt Noach unter anderem die Anweisung (Genesis 6, 16): "Ein Zohar sollst Du für die Arche machen." Raschi gibt folgende Erklärung für dieses spezielle Wort Zohar: "Manche sagen, es sei ein Fenster gewesen, andere sagen, es sei ein Edelstein gewesen, der Licht für sie ausstrahlte."
Der Unterschied zwischen Licht, welches durch ein Fenster eindringt, und Licht, das von einem Edelstein ausgestrahlt wird, ist dieser: Das erstere kommt von außen, während das zweite von innen ausgeht, aus dem inneren Kern des Steines selbst.
Unser G-tt zu leistender Dienst, wie er in der Beobachtung der Tora und durch die Einhaltung der Mizwot zum Ausdruck und zur Ausführung kommt, zielt darauf ab, ein Zohar für unsere Arche zu machen, für unsere Umgebung, für unsere kleine Ecke in der Welt, um so die ganze Welt mit G-ttes Licht zu erhellen.
Schabbat Schalom
Die Flutwellen sind wie das Wasser eines Ritualbades – einer Mikwe –, in dem das Wasser uns spirituell von den Unreinheiten reinigt, die sich im Laufe unseres Lebens ansammeln. Die Welt erfuhr eine spirituelle Reinigung, und dies lenkte den Lauf der Geschichte auf einen Weg der Hoffnung und Sinnhaftigkeit.
In einem berühmten Vortrag analysiert der Lubawitscher Rebbe das Leben von Noach, Abraham und Mosche als Meilensteine auf dem Weg der Menschheit von einem instinktiven Selbstverständnis hin zu einem wahren Verständnis von „Liebe“ für den Nächsten. Wir lernen dabei auch die Grundlagen des bahnbrechenden Ansatzes des Rebbe zur „Outreach“-Arbeit kennen und erfahren, wie man mit denen umgehen sollte, die einem selbst spirituell vermeintlich „unterlegen“ sind.
In der Tora wird weder erwähnt, wo die Taube das Blatt gefunden hat, noch wie dies Noach davon überzeugte, dass es sicher sei, die Tür des Schiffes zu öffnen, das ihm und seiner Familie ein ganzes Jahr lang Schutz geboten hatte.
Am siebenten Tag des Monats Cheschwan, 15 Tage nach dem Abschluss des Festes [von Sukkot], beginnt man für Regen zu beten. Dies geschieht, damit es dem letzten Juden ermöglicht wird, den Fluss Euphrat zu erreichen.
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